11. Februar 2016

Wandbild zum Gedenken der Opfer des NSU

Zum 8. Februar 2016 wird ein Wandbild an der Hauswand Ecke Manteuffelstraße / Oranienstraße aufgehängt. Mit diesem Bild wollen wir Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat gedenken.

Seit dem Auffliegen des NSU gibt es in den Medien eine starke Täterfokussierung, es werden unzählige Reportagen über die Gruppe produziert - solch ein Interesse an den Opfern vermissen wir jedoch. Nicht die rassistische Terrorgruppe NSU, sondern deren Opfer gehören in den Vordergrund.

Das Wandbild ist unser Beitrag, eine Gedenkkultur um sie und die vielen anderen Opfer rassistischer Gewalt zu stärken. Wir wollen aber nicht nur gedenken, sondern fordern auch politisches Handeln.

Ein Fazit nach dem Auffliegen des NSU müsste die Abschaffung des V-Mann-Systems sein. Durch dieses System wurden und werden rechte, rassistische Strukturen wie der NSU aufgebaut, gefördert und gedeckt; aber anstatt das V-Mann-System abzuschaffen, stehen dem "Verfassungsschutz" jetzt erweiterte Kompetenzen und mehr Gelder zur Verfügung. Welche rechtsextremistischen Netzwerke werden noch durch staatliche Gelder gefördert?

Die Aussage “NSU-Netzwerk: Staat und Nazis Hand in Hand” soll auf diese Verstrickungen zwischen staatlichen Organen und rechtsterroristischen Gruppen aufmerksam machen. Mit dem Begriff “Netzwerk” betonen wir, dass es sich nicht um ein Trio handelte, sondern der NSU vielmehr als Netzwerk verstanden werden muss. Schließlich ist die Frage “Wo bleiben die Konsequenzen?” ein Aufruf zu einem Gerichtsprozess, in dem nicht nur die Tatbeteiligung eines kleinen Kreises verhandelt wird, sondern dieses gesamten Netzwerks.

Hiermit unterstützen wir die Forderungen der Angehörigen nach umfassender Aufklärung.



Bündnis gegen Rassismus

scharf-links.de

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