9. Februar 2016

Mausrutscher des Tages: Beatrix von Storch

Wenn es eng wird, neigt die politische Klasse zur Selbstidiotisierung. In der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit erklärte der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Februar 2011, er habe »den Überblick über die Quellen verloren«. Seither wird Ladendiebstahl satirisch mit »schlampig einkaufen« umschrieben. Andere beriefen sich in Untersuchungsausschüssen auf unglaubliche Erinnerungslücken. Fünf Jahre nach dem Freiherren zu Guttenberg führt wieder eine Adelige im Rennen um die dümmste Ausrede: AfD-Vizechefin und Europaparlamentarierin Beatrix von Storch. Ihre Stellungnahme zum Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge an deutschen Grenzen ist ihr jetzt doch ein bisschen peinlich – sollen doch die Mitglieder der Fraktion »Europäische Konservative und Reformer« (EKR) im EU-Parlament schon über einen Ausschluss der AfD beraten.

Vergangene Woche hatte Beatrix von Storch die Frage eines Facebook-Nutzers, ob sie Frauen mit Kindern mit Waffengewalt am Grenzübertritt hindern wolle, mit »Ja« beantwortet. Der Spiegel berichtet nun in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf Parteifreunde, Frau von Storch habe ihre Aussage mit einem »technischen Fehler« zu rechtfertigen versucht. Sie sei auf ihrer Computermaus abgerutscht, heißt es in dem Artikel.


Sie scheint sich dabei sehr schmerzhaft an ihrer Schreibhand verletzt oder einen wichtigen Anruf erhalten zu haben, der sie mindestens 18 Stunden davon abhielt, den Fauxpas zu löschen. 37 AfD-Sympathisanten hatten den Eintrag mit »Gefällt mir« markiert, als ein Screenshot davon angefertigt wurde, der in diversen Onlinemedien zu finden ist.

Bevor ihr Geistesblitz mit dem Ausrutscher auf der Computermaus bekanntwurde, war Beatrix von Storch via Facebook schon halb zurückgerudert: »Gegen Kinder ist der Schusswaffeneinsatz richtigerweise nicht zulässig. Frauen sind anders als Kinder verständig.« (clw)
jw

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