5. Februar 2016

Islamisten auf dem Rückzug


Syrische Armee erringt wichtige Geländegewinne und sprengt Belagerung um zwei Städte
Von Gerrit Hoekman

Der syrischen Armee (SAA) ist am Mittwoch ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen die islamistischen Rebellen gelungen. Mit Hilfe russischer Luftunterstützung durchbrach die SAA einen Belagerungsring, den die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger von Al-Qaida, seit mehr als drei Jahren um die Städte Nubul und Al-Sahraa gezogen hatte. Wie die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, waren an dem Angriff auch Verbände der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon beteiligt.

Mit dem Ende der Abriegelung der beiden Orte ist es erstmals seit Juli 2012 wieder möglich, Lebensmittel auf dem Landweg in die beiden überwiegend von Alawiten bewohnten Enklaven im Nordwesten der Millionenmetropole Aleppo zu bringen. Entsprechend groß war offenbar die Freude beim Einmarsch der syrischen Armee und ihrer Verbündeten: Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von jubelnden Menschen in den Straßen.

Mit der Befreiung von Nubul und Al-Sahraa ist es den Truppen des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad nicht nur gelungen, eine international ignorierte humanitäre Katastrophe zu beenden, sondern auch die wichtigste Versorgungsroute der Rebellen zwischen Aleppo und der Türkei, die Haritan-Autobahn, zu unterbrechen. Die militärische Lage der Aufständischen wird sich dadurch deutlich verschlechtern, zumal die kurdischen »Volksbefreiungseinheiten« (YPG) am Donnerstag mit Unterstützung russischer Kampfjets überraschend auch die Kleinstadt Al-Sijara erobern konnten, die nur wenige Kilometer nördlich von Nubul und Al-Sahraa entfernt liegt. Die Kurden unterbrachen damit die Autobahn an einer zweiten Stelle. Der libanesische Sender Al-Majadin berichtete am Donnerstag zudem über Aufständische in Aleppo, die inzwischen bereit seien, mit der syrischen Armee gegen die Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) zu kämpfen.

Unterdessen meldete Moskau am Donnerstag, dass ein Militärausbilder bei einem Angriff des IS getötet worden sei. Über die Umstände und den Ort gab das russische Verteidigungsministerium nichts bekannt

jw

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