6. Februar 2016

Hintergründe nach Razzia weiter unklar


Verfassungsschutz hat doch keine Hinweise auf »kurzfristig geplante Anschläge« durch Islamisten

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen rudert zurück: Angst sei eine falsche Reaktion nach der Razzia gegen mutmaßliche Islamisten am Donnerstag, sagte er am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin«. Der Inlandsgeheimdienst selbst hatte mit einer Warnung den Anlaß zu der großangelegten Polizeiaktion in Berlin, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegeben. Es habe »konkrete Hinweise« gegeben, »dass es Leute in Deutschland gibt, die Planungen verfolgen, Anschläge zu begehen«, sagte Maaßen. Allerdings gebe es »keine Hinweise auf einen kurzfristig geplanten Anschlag«.

Die mutmaßliche Terrorzelle soll am Donnerstag von Hunderten Polizisten zerschlagen worden sein. Ermittelt wird gegen vier Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Es gab drei Festnahmen. Der Hauptverdächtige, der in einer Flüchtlingsunterkunft im Sauerland in Gewahrsam genommen wurde, sollte im Laufe des Freitags einem Haftrichter vorgeführt werden. Er und seine Ehefrau sollen gezielt vom »Islamischen Staat« (IS) nach Deutschland geschickt worden sein, um Attentate zu verüben, zitierte die Nachrichtenagentur dpa am Freitag »aus Sicherheitskreisen«. Einen Beleg dafür gebe es jedoch nicht. Die Fahnder erhofften sich weitere Hinweise aus der Auswertung von Computern und Mobiltelefonen, die sie am Donnerstag sichergestellt hatten. Sprengstoff oder Waffen waren nicht gefunden worden. »Aufgefallen war die Frau des Hauptverdächtigen, weil sie stark verschleiert war«, berichtete Bild am Freitag. Der dritte Festgenommene, ein in Berlin lebender Algerier, wird wegen des Verdachtes auf Urkundenfälschung festgehalten. Zwei weitere verdächtigte Männer seien nicht festgenommen worden, so Bild.

Der IS schleuse »bewusst Terroristen unter den Flüchtlingen ein«, teilte Maaßen weiterhin mit. »Das ist eine Tatsache, der sich die Sicherheitsbehörden gegenüber sehen.« (dpa/jW

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