6. Februar 2016

Christenmensch des Tages: Pfarrer Gauck

Die BRD darf sich glücklich schätzen, denn einen Hohepriester braucht dieses Land nicht, es hat ja einen Bundespräsidenten: Joachim Gauck. Der hauptberufliche Pfarrer kennt das Spielchen aus der Bibel: guter Gott, strafender Gott. Heute einen auf Nächstenliebe machen, und morgen wieder Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Am Freitag war der zornige Rache-Jahwe des alten Testamentes angesagt: Im Radiointerview mit dem WDR hat sich das Staatsoberhaupt, das sich aus der Tagespolitik heraushalten sollte, für »Begrenzungsstrategien« beim Zuzug von Flüchtlingen ausgesprochen. Das sei »moralisch und politisch geboten«. Denn: Wenn in der Mehrheitsgesellschaft das Gefühl für Solidarität schwinde und »eine kollektive Identität sich entwickeln würde, die immer nur schreit: Das Boot ist voll«, dann gebe es eben auch »ein moralisches Problem und nicht nur ein politisches«, so der protokollarisch höchstrangige Deutsche.

Wenn die Bevölkerung auf rassistische Propaganda hereinfällt (»das Boot ist voll«), dann ist das Boot also wirklich voll? Gegen Rassismus geht man vor, indem man die Forderungen der Rassisten umsetzt?

»Begrenzungsstrategie« klingt nach Taubenvergrämung, nach Vertilgung des schädlichen Riesenknöterichs oder nach Einhegung eines Fressfeindes, der ein ganzes Biotop bedroht. Es ist ein Euphemismus für das, was das Grundgesetz nicht kennt, nämlich die berühmte »Obergrenze« im Asylrecht. Und es meint nichts anderes als: Das Land so unattraktiv machen, dass die Leute lieber verhungern oder irgendwo im Krieg verrecken, als die Reise gen Westen anzutreten. Es hört sich nur etwas netter an.

Wenn die AfD mal an die Macht kommen sollte, Frauke Petry Kanzlerin wird und Lutz Bachmann Justizminister, dann muss Gauck sich nicht sorgen. Er kann bleiben. Als oberster Garnisonspfarrer und als Präsident. Einen besseren finden die nie. (sc)
jw

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