24. August 2015

Zu wenig Kitapersonal

Studie: Unklare Regelungen belasten Kinder und Erzieherinnen Schon wieder hat die neoliberale Bertelsmann-Stiftung die Qualität von Kindertagesstätten untersucht und ist zu einem unerfreulichen Ergebnis gekommen. Laut dem »Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme«, der am Montag veröffentlicht wurde, haben sich zwar in den vergangenen zwei Jahren die Betreuungsverhältnisse in fast jedem Bundesland verbessert, aber noch immer gibt es große Unterschiede zwischen den Regionen und insgesamt zu wenig Personal. Das belastet zum einen die Kleinkinder, die bei einem schlechten Betreuungsschlüssel weniger gefördert werden, zum anderen die – zumeist weiblichen –Beschäftigten, die mehr leisten müssen. Derzeit kommen demnach auf eine vollzeitbeschäftigte Kitafachkraft durchschnittlich 4,4 ganztags betreute Krippenkinder oder 9,5 Kindergartenkinder. Zwei Jahre zuvor war eine Erzieherin durchschnittlich noch für 4,8 Krippen- oder 9,8 Kindergartenkinder zuständig. Während der Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einem Bundesgesetz geregelt ist, ist die Ausgestaltung Ländersache. Dabei ergibt sich ein starkes Ost-West-Gefälle. In den östlichen Bundesländern (eine Fachkraft kommt statistisch auf 6,1 Kinder) müssen sich Erzieherinnen generell um deutlich mehr Kinder unter drei Jahre kümmern als im Westen (1 zu 3,6), so ein Ergebnis der Untersuchung. Die Personalschlüssel für die Gruppen mit älteren Kindern sind dort ebenfalls besser (West 1 zu 8,9; Ost 1 zu 12,4). Allerdings ist auch der Anteil der Kinder unter drei Jahren in Kitas im Osten mit 46,6 Prozent erheblich höher als in den westlichen Bundesländern (22,7 Prozent). Ein Problem ist laut der Studie, das in keinem Bundesland verbindlich geregelt sei, wieviel Zeit für Aufgaben neben der pädagogischen Arbeit eingeplant ist. Dabei machten Elterngespräche, Dokumentation und anderes in der Realität etwa ein Viertel des Pensums aus. Ein Problem für die Arbeitsbedingungen, weil nur Vollzeitkräfte dafür ausreichend Zeit reservieren könnten. 41 Prozent der Beschäftigten arbeiten aber weniger als 32 Stunden pro Woche. Dies setze sie unter Druck, da ihre Anwesenheit vollständig für die Kinderbetreuung eingeplant sei. Außerdem sei die Branche sehr stark von befristeten Verträgen gekennzeichnet, bei den Angestellten unter 25 Jahren sind es 41 Prozent, die nur einen Zeitvertrag jw

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