25. August 2015

Muttersöhnchen des Tages: Philipp Lengsfeld


Oscar Wilde schrieb einst: »Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte.« Der kleine Lengsfeld junior, Philipp – wie Frau Mama Vera Mitglied der CDU und Bundestagsabgeordneter – wurde in dieser Hinsicht wohl nicht vom Allmächtigen erlöst. Muttis Erfolge lasten auf seinen Schultern. Im Ostberlin der späten 80er Jahre, wuchs er bei ihr und im Umfeld der Bürgerrechtsbewegung auf. Mit 15 sah er, wie Mama verhaftet wurde, wegen »versuchter Zusammenrottung«. Sie engagierte sich nach der Wende bei den Grünen, er machte mit. Aus Furcht vor einer »Anbiederung« ihrer Partei, vor einem drohenden rot-rot-grünen Berliner Senat flieht sie 2001 in die CDU – Philipp war dabei, keine Frage. Doch als sie sich im Bundestagswahlkampf 2009 tief dekolletiert mit den Worten ablichten ließ: »Wir haben mehr zu bieten«, fiel ihm auf, dass er nicht mithalten konnte. Deshalb blies er wohl gestern im Internet die Backen auf. Via Twitter verteidigte er Parteifreund Thomas De Maizière gegen Journalistenschelte. Die Frankfurter Rundschau hatte gegen die Asylmissbrauchsvorwürfe des Innenministers Stellung bezogen, Flüchtlinge kämen nur nach Deutschland, um »Taschengeld« abzusahnen. Für einen Bürgerbewegten wie Lengsfeld schwer auszuhalten. Er zwitscherte los: »Journalisten können nicht schreiben, was sie wollen.« Und um zu zeigen, wer der Herr im Hause (Lengsfeld) ist, tweetete er hinterher: »Mit welchem Mandat stellen sich deutsche Medien eigentlich so massiv gegen den Innenminister?« Als dann Christopher Lauer, Leiter Strategische Innovationen bei Axel Springer, gegen ihn Stellung bezog, wurde er fast schon wild. Er müsse sich mal bei seinem Boss Mathias Döpfner erkundigen, warum sich der Leiter Strategische Innovationen so für ihn interessiere, tat er öffentlich kund. Fast schon eine sizilianische Botschaft. Mutti hat sicher Augen gemacht. (sz)jw

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