25. August 2015

Mobilmachung gegen Russland


USA und Deutschland stationieren Kampfflugzeuge in Osteuropa. Wieder einmal kommt der Feind aus Moskau

Die USA stationieren ihre modernsten Kampfflugzeuge in Europa. Die Maschinen des Typs F-22 Raptor würden »sehr bald« zu »Übungen mit NATO-Verbündeten« verlegt, sagte Luftwaffen-Staatssekretärin Deborah Lee James am Montag in Washington. Hintergrund seien »russische Militärhandlungen in der Ukraine«. Luftwaffenstabschef Mark Welsh sagte, die Kampfflugzeuge sollten an Stützpunkte geschickt werden, von denen aus sie auch bei einem militärischen Konflikt in Europa eingesetzt werden könnten. Das sei eine »natürliche Entwicklung« der Zusammenarbeit. Man wolle den Verbündeten zeigen, dass die USA sich der Sicherheit und Stabilität in Europa verpflichtet fühlten.

Auch die Bundeswehr hat ihre Präsenz näher an die russische Grenze verlegt. Ein Geschwader der deutschen Luftwaffe übernahm am Dienstag das Kommando auf der estnischen Luftwaffenbasis Ämari. Zusammen mit vier in Litauen stationierten ungarischen Maschinen sollen sie bis Anfang Januar den Luftraum über den baltischen Staaten kontrollieren, die keine eigene Luftverteidigung haben. Für den Einsatz sind vier Eurofighter vom nordrhein-westfälischen Nörvenich und ein Kontingent von rund 150 Soldaten nach Estland verlegt worden. Jeweils ein weiterer Kampfjet wird als Reserve vor Ort und in Deutschland vorgehalten.

»Für uns zeigt dies die Entschlossenheit Deutschlands zur Solidarität der NATO, zu unserer Sicherheit beizutragen«, sagte Riho Terras, Befehlshaber der estnischen Armee, bei der Übergabezeremonie. Verteidigungsminister Sven Mikser sagte, NATO-Jets seien in diesem Jahr bereits mehr 100 Mal aufgestiegen, um russische Militärflugzeuge zu identifizieren

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte Russland vergangene Woche als »sehr, sehr ernsthafte Bedrohung« bezeichnet. Die USA müssten ihre militärischen Kapazitäten an der »russischen Aggression« ausrichten.

(dpa/jW)

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