26. August 2015

Gescheiterte Querfront des Tages: McWhopper

Gehen Whopper und Big Mac zusammen? Die Bullettengroßbraterei Burger King meint ja, wenigstens für einen Tag. Zu dem von den Vereinten Nationen proklamierten »Internationalen Tag des Friedens« am 21. September – nicht zu verwechseln mit dem Weltfriedens- bzw. Antikriegstag am 1. September – will sie mit dem Marktführer McDonald's die Querfront wagen: Dann soll in Atlanta – der geographischen Mitte zwischen den beiden »Hauptquartieren« in Miami bwz. Chicago – für 24 Stunden eine Art Pop-up-Restaurant entstehen, in dem Mitarbeiter beider Unternehmen die Friedenskreation »McWhopper« verkaufen. Eine entsprechende Anzeige erschien am Mittwoch in der US-Zeitung New York Times. »Let's end the Beef with Beef«, heißt es da an die Adresse des Dauerkonkurrenten gerichtet. Und weiter: »Die besten Zutaten Ihres Big Macs und unseres Whoppers vereint in einem köstlichen, friedliebenden Burger: erhältlich für nur einen Tag. Gemeinsam entwickelt, gemeinsam zubereitet und an einem Ort serviert.« Man wolle mit der Aktion das Bewusstsein für den Weltfriedenstag stärken und »globale Gespräche« auslösen. Mit einem Marketinggag soll das Ganze nichts zu tun haben. Nein, natürlich nicht. Zum »Nichtmarketing« gehört auch die großspurige Ankündigung des Bratkonzern, die Organisation »Peace One Day« mit einer Spende zu unterstützen. Rund 250.000 Dollar ist dem Unternehmen mit Milliardenumsatz der Friedenseinsatz wert.

McDonald's-Chef Steve Easterbrook traute dem Friedensbraten nicht und erteilte dem Konkurrenten via Facebook eine Absage. Zwar sei es eine »großartige Idee«, beide Marken könnten aber »etwas Größeres unternehmen, um etwas zu verändern«. Außerdem sei die Konkurrenz der beiden Ketten mit den »Umständen von echtem Schmerz und Leiden im Krieg« nicht zu vergleichen. – Am Ende hätte vermutlich Foodwatch dem »Ultra-Imperialismus« (Karl Kautsky) sowieso die rote Ampel gezeigt. (rg)

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