26. August 2015

Gemeinsames Militärmanöver

In der Region Primorje am Pazifik im äußersten Südosten Russlands endet an diesem Freitag das russisch-chinesische Seemanöver »Maritimes Zusammenwirken 2015«. In der Bucht »Peter der Große« soll eine Abschiedsparade stattfinden. An der achttägigen Übung haben 22 Schiffe, 20 Flugzeuge und mehr als 500 Marineinfanteristen teilgenommen sowie an Land rund 40 gepanzerte Fahrzeuge. Der russische Vizeadmiral Alexander Fedotenkow sprach laut dpa von einem beispiellosen Manöver in der Zusammenarbeit der benachbarten Atommächte Russland und China. Kapitän Roman Martow von der russischen Pazifikflotte hatte zum Auftakt am 20. August betont, die Übung sei gegen niemanden gerichtet, keiner müsse sich fürchten. Russland und China würden auf vielen Gebieten zusammenarbeiten.

»Wir müssen bereit sein, jegliche gegenwärtigen Bedrohungen sowie neu entstehende abzuwehren. Wir sollten gut verstehen, dass das friedliche Meer die Gewähr für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Staaten und die Gewähr für den Frieden in der ganzen Welt ist«, zitierte die russische Agentur Sputniknews den stellvertretende Oberbefehlshaber der Marine der Volksrepublik China, Konteradmiral Wang Hai.

Bild wetterte, »Russland und China üben gemeinsam Krieg«. Das Springer-Boulevardblatt wertete die Marineübung mit 500 Mann als »neue Provokation gegenüber dem Westen«. Zum Vergleich: Bei der größten Luftlandeübung in Europa seit dem Ende des Kalten Kriegs sind am Mittwoch im Rahmen eines NATO-Manövers im oberpfälzischen Hohenfels mehr als tausend Fallschirmjäger samt Ausrüstung vom Himmel geschwebt. Insgesamt nehmen an der US-geführten antirussischen Machtdemonstration »Swift Response« (Schnelle Reaktion) vom 17. August bis zum 13. September mehr als 4.800 Soldaten aus elf NATO-Staaten teil. Von der Bundeswehr sind etwa 650 Soldaten aus der sogenannten Division Schnelle Kräfte beteiligt. (rg)

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